Wolfram Buchenberg

Wolfram Buchenberg
Ich bin das Brot des Lebens
Für neunstimmigen, gemischten Chor

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt, bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben.
Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit.

 

Wolfram Buchenberg
Ich bin das Brot des Lebens
Für neunstimmigen, gemischten Chor

Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt, bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben.
Wer über die Weisung des Herrn nachsinnt bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit.



Wolfram Buchenberg
Magnificat
Für achtstimmigen, gemischten Chor

Magnificat anima mea Dominum.
Et exultavit spritus meus in Deo salutari meo.
Quia respexit humilitatem ancillae suae;
ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
Quia fecit magna, qui potens est, et sanctum nomen eius.

Et misericordia eius a progenie in progenies timentibus eum.
Fecit potentiam in brachio suo, dispersit superbos mente cordis sui.
Deposuit potentes de sede, et exaltavit humiles.

Esurientes implevit bonis, et divites dimisit inanes.

Suscepit Israel puerum suum recordatus misericordiae suae.
Sicut locutus est ad patres nostros, Abraham et semini eius in saecula.
Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto!

Sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum.
Amen.

Meine Seele erhebt den Herrn.
Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes.
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, welche ihn fürchten.
Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößet die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.

Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässt die Reichen leer.
Er denkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf.
Wie er geredet hat zu unseren Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist.

Wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.


Wolfram Buchenberg
Vidi calumnias et lacrymas!
Für n-stimmigen, gemischten Chor

Der Allgäuer Wolfram Buchenberg gehört inzwischen zu den führenden Komponisten der aktuellen Chormusikszene. Diese Komposition basiert auf einem Text aus Kohelet 4, 1-3 und 3, 12 - 15. Auch hier findet sich eine antagonistische Gegenüberstellung: Der Mensch übt Gewalt aus und beutet aus. Das Glück aber ist ein Geschenk Gottes. Diese Zweiteilung der Aussage spiegelt sich in einer Zweiteilung der Komposition wider. Der erste Teil ist eher homophon gehalten mit einer klanglichen Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerchor. Der zweite Teil ist rhythmisch äußerst komplex. Er stellt ein virtuoses "Kabinettstück" dar mit extremen Anforderungen an den Chor. Diese Virtuosität gleicht in ihrer Stringenz und bedingungslosen Zielgerichtetheit einer Losgelöstheit von allem Irdischen.

Vidi calumnias et lacrymas
et neminem consolatorem
nec posse resistere
eorum violentiae
cunctorum auxilio destituos
et lacrymas
et laudavi magis mortuos
quam viventes et feliciorem
utroque iudicavi
qui necdum natus est
nec vidit mala
quae sub sole fiunt.

Et cognovi quod non
non esset melius nisi laetari,
et facere bene in vita sua
omnis enim homo qui comedit
et bibit et videt bonum
de labore suo
hoc donum Dei est.
Didici quod omnia opera
quae fecit Deus
perseverent in perpetuum;
non possumus eis
quidquam addere nec auferre,
quae fecit Deus ut timeatur
Quod factum est ipsum permanet,
quae futura sunt iam fuerunt;
et Deus instaurat quod abiit.
(Kohelet 4,1-3 et 3,12-15)
       

Wiederum sah ich alles Unrecht an,
das unter der Sonne geschieht,
und siehe, da waren Tränen derer,
die Unrecht litten und keinen Tröster hatten.
Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig,
so daß sie keinen Tröster hatten.
Da pries ich die Toten, die schon gestorben
waren, mehr denn die Lebendigen,
die noch das Leben haben.
Und besser daran als beide ist, wer noch nicht geboren ist
und des Bösen nicht innewird,
das unter der Sonne geschieht.

Da merkte ich, daß nichts Besseres dabei gibt
als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
Denn ein Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut
in all seinem Mühen,
das ist eine Gabe Gottes.
Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht für ewig: man kann nichts dazutun noch wegtun.
Das alles tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.
Was geschieht, das ist schon längst gewesen,
und was.sein wird,
ist auch schon längst gewesen; und
Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.
(Prediger Salomos 4, 1-3 und 3,12-15)