Presse 2013

Schwäbische Zeitung, 10. Dezember 2013, Gabi Neumeyer

Ein grandioses Gastspiel

Maulbronner Kammerchor glänzt beim Benefizkonzert des Lions Club Ostalb-Ipf in der Stadtkirche

„Musikalisch hervorragend waren sie alle, die bisherigen zehn Benefizkonzerte des Lions Club Ostalb-Ipf in der Bopfinger Stadtkirche. Doch der Auftritt des Maulbronner Kammerchors, unter Leitung von Professor Jürgen Budday, am Sonntagabend bei der elften Auflage dieser Reihe war das Beste, was man in Bopfingen in Sachen Chormusik je gehört hat. Ein großartiges, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die vielen hundert Besucher. Sie dankten mit frenetischem Applaus.

Bopfingen. Der Dank der amtierenden Lions-Präsidentin Rosemarie Hettler galt dem Organisator Gregor Stempfle, ebenso den Sponsoren und schon im Voraus den Konzertbesuchern. Deren Spenden kommen den zahlreichen sozialen Projekten des Clubs zugute. Vorrangiges Ziel dabei, „die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in der Region und weltweit“, so Hettler.

„Von Nazareth nach Bethlehem“, so war das Konzertprogramm überschrieben. Wie Perlen reihten sich auf diesem Weg von der Verheißung des Messias bis zur Geburt Jesu die vielstimmigen Chorwerke und Motteten überwiegend zeitgenössischer Komponisten aneinander. Die Sängerinnen und Sänger brachten jede einzelne dieser Klangperlen zum Leuchten. Dabei war ihre überaus präzise Artikulation und ihre lupenreine Intonation nur das Fundament, auf dem ihr dynamisch beeindruckender, lebendiger Vortrag fußte.

Ganz in der Musik versunken schien auch Jürgen Budday, der den Chor mit weit ausladenden Armen von Höchstleistung zu Höchstleistung führte. Lag der Schwerpunkt des Konzerts in dem ersten, mit „Komm, o komm Emanuel“ überschriebenen Teil noch ganz auf modernen Werken, so waren im Maria gewidmeten Mittelteil die beiden bekannten, sehr innigen Weihnachtslieder „Übers Gebirg Maria geht“ und „Maria durch ein Dornwald ging“ prägend.
Dazu sorgte die 1999 komponierte, elfstimmige Motette „Hope, faith, life, love“, des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre mit ihren sphärischen Klangwelten für einen spannenden Kontrast. Seine Wandlungsfähigkeit bewies der Kammerchor auch bei der Vertonung des Gebets „Ave Maria“. In zwei Chöre aufgeteilt, aus dem Altarraum heraus und von der Empore herab gesungen, lieferte er den faszinierten Zuhörern ein ganz neues Hörerlebnis.
„Zur Krippe“ hieß der dritte und letzte Teil. „Transeamus usque Bethlehem“ (Lasst uns nach Bethlehem gehen). Den Weg dorthin beschritten die Sängerinnen und Sänger im Wechsel. Kraftvoll zupackend die Männerstimmen als Hirten, glockenrein jubilierend die Frauenstimmen als himmlische Heerscharen.

Weihnachtsfreude, Weihnachtshimmel, Weihnachtsgeheimnis, von wunderbaren Stimmen bewegend besungen gipfelte der Gesang schließlich in einem triumphalen „Hark! The herald angels sing“ von Mendelsohn Bartholdy.
Tenorsänger Thomas Meyer begleitete den Chor auf der Orgel und trat auch als Solist in Erscheinung.

Pater Albert Knebel OSB, Prior-Administrator der Abtei Neresheim, forderte die Besucher in seinem geistlichen Wort dazu auf, nicht nur von Gottes besserer Welt zu träumen, sondern schon jetzt an einer besseren Welt mitzuarbeiten. „Nichts ist so nahe wie der Entschluss, einen neuen Anfang zu wagen“, sagte er.

 


 

Schwäbische Zeitung, 4. November 2013, Gisela Spreng

Maulbronner Kammerchor kredenzt ein A-Capella-Konzert der Extraklasse

Gesungene göttliche Symbolik der Liebe – und das Leid der Toten der untergegangenen „Estonia“ bewegen das Publikum

„Liebe und Leid“ stand als kontrastreicher Titel über dem höchst anspruchsvollen A-cappella-Programm. Budday, der dieses Jahr das 30. Jubiläum seines Chors feiern darf, seine 26 Sängerinnen und 19 Sänger brauchten kein Orchester, kein Begleitinstrument, keine Band. Ihre ausgebildeten Stimmen sind von solcher Klarheit, Intensität und Schönheit, dass sie ganz allein am besten wirken.

Der Maulbronner Kammerchor kredenzte vorwiegend unbekannte Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, bis zu zwölfstimmige Gesänge, die andere, weniger geschulte, Chöre gar nicht auf die Reihe bringen. Schon die ersten Klänge im voll besetzten Gotteshaus, als der Chor die Liebe in all ihren Facetten besang, ließen, getragen von der tollen Akustik, das Herz der Zuhörer aufgehen.

Immer neue Positionen im Chorraum und in der ganzen Kirche nahmen die Chorsänger im Laufe ihres anderthalbstündigen Programms ein. Bei David Hills „Ubi Caritas et Amor“ schwebten die Solostimmen der Vorsänger gleichsam mit Engelsflügeln von der Empore, um irgendwo im Kirchenschiff mit dem Gesamtchor zu einem achtstimmigen gewaltigen Klangerlebnis zu verschmelzen. Von besonderer Symbolik war „The eternal sun“ von John Travener. Die Sonne am Firmament, dargestellt von einem kleinen Fernchor, durchflutete mit ihren warmen Strahlen den Klangraum Kirche, um zusammen mit der wahren göttlichen Sonne, symbolisiert durch den Hauptchor, in moderner Klangvielfalt auf geniale Weise Auf- und Untergang zu besingen. Mit lockerer Dirigentenhand und ganz diskret leitete Jürgen Budday das polyphone Werk, das – so hatte der Zuhörer das Gefühl – eigentlich gar keinen Dirigenten benötigt hätte.

Absoluter Höhepunkt des Konzertgeschehens war das hochdramatische „Canticum Calamitatis Maritimae“, 1997 komponiert vom 1993 geborenen Finnen Jaakko Mäntyjärvi. Das Requiem soll an den Untergang der Autofähre Estonia im Jahr 1994 in der Ostsee erinnern, bei dem über 850 Menschen ums Leben kamen. Ein Gewisper aus lateinischen Mess-Texten, eine überirdisch schöne Sopranstimme, ein Rezitator, der quasi als Nachrichtensprecher die Unglücksmeldung durchgibt, und Verse aus dem 107. Psalm über die Seefahrt vereinigten sich zu einer so eindringlichen Geräusch, Klang- und Lautmalerei, dass einem kalte Schauer über den Rücken liefen. In maritimer Atmosphäre hörte man verzweifelte Hilferufe bis das Schiff schließlich – in immer tiefer werdenden grandiosen Akkordketten der tiefen Bässe bis zum großen C – nach unten sank in die Totenstille.

In moderner romantischer Tonsprache kam das Klagelied in der Motette „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ daher, das Branko Stark, Jahrgang 1954 komponiert hat.

Bis zum Schluss ließ die Spannung nicht nach. Bestechend schön interpretierte der Chor jedes Werk; die Sängerinnen und Sänger folgten dem kleinsten Fingerzeig ihres Meisters Budday.

Zwei Zugaben bestätigten die große Klasse des Maulbronner Kammerchors, zu dem die beiden „Spaichinger Solisten“ Ute und Andreas Gerteis einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisteten. Der flotte Swing-Titel „I Can Tell the World“ und das plattdeutsche Abendlied „Over de stillen Straten“ krönten ein Konzert der Extraklasse, das in den Zuhörern noch lange nachwirken dürfte.

 


 

Murrhardter Zeitung, 22. Oktober 2013, Elisabeth Klaper

Glasklare Stimmen, schwebende Klänge

Jubiläum – vom Kloster zur Stadt: Maulbronner Kammerchor interpretierte bei seinem Konzert Werke über Liebe und Leid

Eine Sternstunde des Chorgesangs erlebte eine große Zuhörerschar beim Konzert des Maulbronner Kammerchors zum Kloster- und Stadtjubiläum in der fast vollbesetzten Stadtkirche. Unter der Leitung von Jürgen Budday interpretierten die 50 Sänger A-cappella-Kompositionen der Gegenwart und Romantik zu den Themen Liebe und Leid.

Eine Vielzahl wunderschöner Stimmen von vollendeter Klarheit und Reinheit vereinte sich zu einem homogenen Klangkörper, der die Kirche mit traditioneller Harmonik und moderner Melodik erfüllte. Bei den vielstimmigen zeitgenössischen Werken verdichteten die meist ausgebildeten Sänger ihre Stimmen zu Akkordclustern, aus denen sie obertonreiche, durch den Raum schwingende vielfarbige Klangbögen schufen. In exaktem Zusammenwirken mit dem Dirigenten und untereinander gestalteten die Sänger mit großem Einfühlungsvermögen, hoch präziser Intonation und Textaussprache faszinierende Interpretationen auf höchstem Niveau. Dabei versammelte sich der Chor mal auf den Podesten vor dem Altar, mal ging ein Teil der Sänger in die Vierung oder nahm verschiedene Positionen innerhalb der Kirche ein, die zum Klangraum wurde.Ein Programmschwerpunkt waren zeitgenössische Werke skandinavischer, amerikanischer und britischer Komponisten. Souverän meisterten die Sänger dabei zahlreiche außerordentlich schwierige Intervallverschiebungen. Besondere Symbolik prägte „The Eternal Sun“, 2007 vom 1944 geborenen John Tavener geschrieben. Dabei durchfluteten Klangcluster in hohen Tönen wie warme Sonnenstrahlen die Kirche. Die am Himmel sichtbare, untergehende und endliche Sonne, dargestellt durch einen kleinen Fernchor in der Vierung, sei nur ein Abbild der ewigen göttlichen Sonne, symbolisiert durch den größeren Chor vor dem Altar, erklärte Jürgen Budday dazu.

Wie mehrstimmige Gesänge von Mönchen und Nonnen wirkte „Veni, Emmanuel“, komponiert nach einer mittelalterlichen französischen Melodie vom 1938 geborenen Jan-Ake Hillerud in traditioneller skandinavischer nachhallender Melodik. An ineinanderfließende Aquarellfarben erinnerte das nuancenreich schillernde Tonkunstwerk „Hope, Faith, Life, Love“, 1999 vom 1970 geborenen Eric Whitacre geschrieben. Romantische und moderne Klang- und Melodiestrukturen verbanden sich zu vibrierenden Harmonien in der 2008 entstandenen Motette „Ubi Caritas et Amor“ vom 1957 geborenen David Hill. Glanzlichter setzten drei herrliche Solostimmen, ein Sopran, ein Tenor und ein Bariton.

Hochdramatisch war das „Canticum Calamitatis Maritimae“, 1997 komponiert vom 1963 geborenen Jaakko Mäntyjärvi. Das Requiem erinnert an den Untergang der Autofähre Estonia 1994 in der Ostsee, bei dem über 900 Menschen ums Leben kamen. Requiemzeilen, Verse aus dem 107. Psalm über die Seefahrt und eine Rundfunknachricht bilden den Text, so Budday. Wie ein Evangelist berichtete ein Tenor über das Unglück, und eine Sopransängerin stimmte ein Klagelied an. Der Chor erzeugte mit eindringlicher Geräusch-, Laut- und Klangmalerei eine maritime Atmosphäre und symbolisierte die Tragödie mit verzweifelten Hilfeschreien und Akkordketten, die in tiefste Tiefen sanken.

Von großem Gottvertrauen geprägt war die dem Maulbronner Kammerchor gewidmete, ausdrucksstarke Motette zum 22. Psalm „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ vom 1954 geborenen Branko Stark in modern interpretierter romantischer Tonsprache. Im lateinisch-mittelhochdeutschen Weingartner Reisesegen „Von 55 Engeln behütet“, den der 1962 geborene Wolfram Buchenberg 2008 vertonte, schien jeder Sänger einen Engel darzustellen, so vielfältig war das moderne Klangspektrum. Breite, majestätisch strahlende Melodiebögen bestimmten die 2009 entstandene zwölfstimmige Motette zum englischen Vaterunser vom 1942 geborenen Sven-David Sandström. In feierlicher Harmonik gestaltete der Chor einige romantische Werke. Virtuose Echoeffekte, rasche Wechsel zwischen Dur und Moll und der stilistische Übergang von der Spätromantik zum Impressionismus bestimmten „Die zwei blauen Augen“ von Gustav Mahler (1860 bis 1911), wobei die Sänger vier Chöre bildeten. Schwungvoll, monumental und mit viel Gefühl präsentierte der Chor „Liebe, dir ergeb ich mich“, innig erklang das choralartige „Thron der Liebe, Stern der Güte“ von Peter Cornelius (1824 bis 1874). Von der Barockmusik inspiriert war die vielschichtige Motette „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“ mit Fugenstruktur und Koloraturen von Johannes Brahms (1833 bis 1897).

Die beeindruckten Zuhörer signalisierten mit starkem Applaus den Wunsch nach weiteren Hörgenüssen, den der Maulbronner Kammerchor mit dem flott swingenden Spiritual „I Can Tell the World“ und dem romantisch wirkenden plattdeutschen Abendlied „Över de stillen Straten“ vom 1925 geborenen Hellmut Wormsbächer als Zugaben erfüllte.

 


 

 Allgemeine Zeitung Mainz, 6. Juni 2013, Margit Dörr

Lieder über Liebe und Leid

KONZERT Maulbronner Kammerchor singt in Zornheim Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert

Fast übernatürlich wirkte die A-cappella-Musik der 46 Männer und Frauen, die mit ihren klaren Stimmen den Kirchenraum ausfüllten und anspruchsvolle Werke auf höchstem Niveau interpretierten. Die Stimmen gehören zum Maulbronner Kammerchor, der im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz auf Einladung der Musikschule der VG in der katholischen Kirche in Zornheim gastierte. Vor allem der Chormusik aus dem 19. und 20. Jahrhundert widmet sich der 1983 von Jürgen Budday gegründete Chor. So kamen bei dem Konzert unter dem Thema „Liebe und Leid“ ausschließlich Werke europäischer Komponisten aus dieser Zeit zum Vortrag.

Sänger wechseln Positionen

Strahlende Sopranstimmen schwebten über einem Klangteppich aus tiefen Bässen. Tonsichere Tenöre und Altistinnen ergänzten die vielstimmigen Motetten. Oftmals veränderten die Sängerinnen und Sänger ihre Position, um in verschiedenen Konstellationen zu singen. Schon der erste Vortrag weckte die Neugier der Zuhörer: Für die mittelalterliche französische Weise, von dem 1938 geborenen Jan-Ake Hillerud arrangiert, hatten sich die Männer im Chorraum aufgestellt, die Frauen standen im rückwärtigen Teil der Kirche.

Für das 2007 komponierte Musikstück „The eternal sun“ des britischen Komponisten John Tavener bildeten die Maulbronner einen achtstimmigen Chor im Altarraum, und ein kleiner „Fernchor“ positionierte sich auf der Empore. Die Zuhörer wurden auf diese Weise in ein ganz besonderes Klangerlebnis körperlich mit hineingenommen.

Requiem zu Estonia-Unglück

Angst, Trauer, Verlorenheit waren intensiv nachzuspüren bei der einzigartigen faszinierenden Interpretation des 1997 komponierten Requiems auf den Untergang der Fähre Estonia im Jahre 1994, bei dem über 850 Menschen ums Leben kamen. Der Finne Jaakko Mäntyjärvi hat das erschütternde Ereignis in dem Werk „Canticum Calamitatis Maritimae“ musikalisch verarbeitet.

Über dem leisen Wispern des Meeres ist die klagende Stimme einer Solistin zu hören. Musikalisch stellte der achtstimmige Chor die Unruhe, die Panik, die Tiefe des Meeres, den Tod und mit einem fast friedlichen „Amen“ und dem erneuten Wispern das dramatische Geschehen dar. Sekundenlang herrschte nach dieser berührenden Darbietung Totenstille in der Kirche. Temperamentvoll, ausgewogen und wunderbar harmonisch interpretierte der Kammerchor „Liebe, dir ergeb ich mich“, von dem Mainzer Komponisten Peter Cornelius. Stehende Ovationen erhielt der außergewöhnliche Chor für seine vollendet vorgetragenen hochkarätigen Musikstücke.

 


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