Presse 2014

Pforzheimer Zeitung, 16. November 2014, Britta Bischoff-Krappel

Jürgen Budday erhält Ehrenbürgerwürde der Stadt Maulbronn

Es war eine seltene Würdigung, die dem Maulbronner Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday am Samstagabend zuteilwurde: Im Rahmen einer Feierstunde wurde dem Gründer des preisgekrönten Maulbronner Kammerchors die Ehrenbürgerwürde der Klosterstadt verliehen.

Bei aller sichtbaren Freude des Geehrten über manch herzliche Umarmung und zahlreiche lobende Worte konnte man in unbeobachteten Momenten den Eindruck gewinnen, dass Jürgen Budday im Grunde eine tiefe Bescheidenheit innewohnt, die ihn all die Huldigungen des Abends mit einem gewissen Abstand betrachten ließ. Bürgermeister Andreas Felchle, der in der bis zum letzten Platz besetzten Stadthalle zahlreiche Ehrengäste und Wegbegleiter Buddays begrüßen konnte, sprach von einer „ganz außerordentlichen Veranstaltung.“ Der Ehrenbürgerbrief werde lediglich „ganz besonderen und profilierten Maulbronner Persönlichkeiten“ verliehen.

Bescheiden geblieben

In seiner Laudatio ging Felchle zunächst auf die Vita des Geehrten ein, in der Musik und Pädagogik stets eine zentrale Rolle gespielt hätten. Zudem stellte der Bürgermeister den großen Anteil Erika Buddays am Lebenswerk ihres Mannes heraus: „Von dieser Musiker–Ehe profitieren wir seit vielen Jahren in überreichem Maße.“ Trotz aller künstlerischen Erfolge habe sich Budday nie als „abgehobener Star“ generiert, vielmehr suche er in der ihm eigenen Bodenständigkeit stets den Kontakt zum bürgerlichen Leben. „Jürgen Budday ist neben seinem Ruf als herausragender Künstler zugleich ein prima Kumpel“, brachte es Felchle auf den Punkt. Unvergessen sei für ihn eine gemeinsame Chorreise nach Argentinien, bei der sich Budday für eine von ihm selbst angesetzte Chorprobe nur schwer vom Fernseher lösen konnte, weil dort gerade ein Formel 1–Rennen lief. Der Kirchenmusikdirektor sei „im positivsten Sinne ein Musikverrückter und Perfektionist“, der hohe Ansprüche an seine Musiker und sich selbst stelle. „Mit größter Dankbarkeit und Wertschätzung“ verlieh der Bürgermeister Budday dann die Ehrenbürgerurkunde der Stadt.

Sichtlich gerührt nahm der Geehrte die Würdigung unter den stehenden Ovationen der Gäste entgegen: „Ich will diese Ehrung in Demut annehmen“. Gleichzeitig bestünde seine Vita nicht nur aus Erfolgen, sondern auch aus erlittenen Niederlagen und Sinnkrisen. Eine verletzungsbedingte Studienunterbrechung, Anfangsschwierigkeiten als Referendar und nicht zuletzt der für ihn „in unvorstellbarer Weise“ erfolgte Abschied von der Leitung der Klosterkonzerte seien Ereignisse gewesen, die ihn letztlich gestärkt und vorwärts gebracht hätten.

„Ich schaue voll Dankbarkeit auf meine Maulbronner Zeit zurück. Dieser besondere Ort war für mich stets Verpflichtung, mein Bestes zu geben.“ Ans Abschiednehmen denkt Budday jedoch noch nicht. „Für mich zählen nun die Gegenwart und die Zukunft, in der neue Herausforderungen warten“, sagte der 66-Jährige.

Dass auch Musik an diesem Abend eine zentrale Rolle spielte, war angesichts der Vita des Geehrten nicht verwunderlich. Die junge Maulbronner Pianistin Marina Müllerperth, der Maulbronner Kammerchor unter Leitung von Bernd Reichenecker und nicht zuletzt der Überraschungsauftritt von Mirjam und Erika Budday gaben der Veranstaltung den entsprechenden musikalischen Rahmen.


 


 

 

Schwarzwälder Bote, 3. November 2014, Petra Haubold

Anspruchsvolles Programm begeistert

Alpirsbach. Das Programm war anspruchsvoll: Als der letzte Ton von Johannes Brahms Motette "Schaffe in mir Gott ein rein’ Herz" am Ende des Konzertes mit dem Maulbronner Kammerchor gesungen war, gab es in der Klosterkirche minutenlang Beifall.

Als einer der deutsch-sprachigen Spitzenchöre ist der Maulbronner Kammerchor für seinen orchestralen Farbenreichtum berühmt."Von Gott zu Gott" lautete das A-cappella- Programm des gut besuchten Konzertes am Samstagabend, das neben Motetten der Romantik vor allem zeitgenössische Werke vorstellte.

Schon der Auftakt, als die Männer mit "Veni, Emmanuel" eine mittelalterliche Melodie vor dem Altar sangen und die Frauen im Wechselgesang mit den Sängern in den Altarraum schritten, zog die Zuhörer in Bann. Unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday, der den Chor 1983 gegründet hatte, wurde das vom slowenischen Komponisten Damjan Mocnik verfasste "Verbum supernum prodiens" wunderbar gesungen. Natürlich und voller musikalischer Spontanität erklangen auch die Motetten "Hope, Faith, Life, Love" für bis zu elfstimmigen Chor von Eric Whitacre und "Gabriel’s Message" von Jim Clements, das mit einem fröhlichen "Gloria" endete. Wolfram Buchenbergs Motette "Von 55 Engeli behütet" erwies sich als so substanzstark, dass man sich gerne in diesen meditativen Gesangsstil, der gelegentlich Anklänge an den Gregorianischen Choral aufwies, hineinfallen lassen wollte. Die Jubelklänge "Cantate Domino" von John Rutter verstanden die Sänger facettenreich und vielstimmig auszudrücken. Große Emotionen konnten hier vermittelt werden. Neben drei Motetten für sechsstimmigen Chor von Gottfried A. Homilius und dem "Agnus Dei" von Lucas de Pascal setzte der Chor auch James Whitbourns "Pure River of Water of Life" klangvoll um. Dabei stellte sich der Chor nicht nur der Herausforderung, die musikalische Zielsetzung des Komponisten entsprechend zu interpretieren, sondern auch der spirituellen Ebene dieses Werkes Raum zur Entfaltung zu lassen. Meisterhaft beherrschte der Chor die Vokalkunst, intonierte die leisen Frauenstimmen genauso anmutig wie die kräftigen Männerchorpassagen und konnte dabei mit sattelfesten Solisten aufwarten.

Fantasievoll dargeboten, erklang zwischen dem Chorgesang die Choral-Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott" auf der Orgel: Hier glänzte Solist Ulrich Weissert mit der instrumentalen Umsetzung. Nach verdient langem Applaus und einer Zugabe lässt das hervorragende Konzert die Musikfreunde nun auf weitere hochkarätige Ensembles hoffen.


 


 

 

Pforzheimer Zeitung, 30. September 2014, Rudolf Wesner

Feierlicher Abschluss der Klosterkonzerte Maulbronn

Maulbronn. Der Maulbronner Kammerchor, ein stimmlich ausgewogenes Solistenquartett und die Hannoversche Hofkapelle ließen die „Vesperae solennes de Confessore“ (KV 339) und die Messe in c-Moll (KV 427) von Wolfgang Amadeus Mozart in ihrer sinfonischen Pracht und erhabenen Aussage wirken.

Das Programm war anspruchsvoll: Als der letzte Ton von Johannes Brahms Motette "Schaffe in mir Gott ein rein’ Herz" am Ende des Konzertes mit dem Maulbronner Kammerchor gesungen war, gab es in der Klosterkirche minutenlang Beifall.

Mit diesen Werken schlossen am Wochenende die Klosterkonzerte Maulbronn 2014. Jürgen Budday, der wie zur Spielzeiteröffnung im Mai am Dirigentenpult stand, achtete auf eher verhaltene Tempowahl, um die innere Pracht der geistlichen Kompositionen aufleuchten und diese wie gesungene Gebete wirken zu lassen. Dem Chor fallen in beiden Werken die umfassendsten Aufgaben zu und gaben damit dem Maulbronner Kammerchor vielfältigste Gelegenheiten einmal mehr seine immense Gestaltungskraft zu dokumentieren.

Wandlungsreiche Stimmen

Seine unvergleichliche Stimmenfülle und -klarheit beglückte ebenso wie die nuancenreiche Ausführung der in weiten Spannungsbögen angelegten Chorsätze. Schon beim einleitenden „Dixit Dominus“ der „Vesperae solennes“ war diese machtvolle Dichte einer verinnerlichten Interpretation zu spüren, die sich während der Aufführungen beider Werke andachtsvoll ausbreitete. Als Solisten überzeugten die beiden Sopranistinnen Miriam Allan und Sophie Klußmann, der Tenor Marcus Ullmann und der Bass Steffen Balbach nachdrücklich. Die wandlungsreiche, klar disponierte Stimme von Miriam Allan, einer Schülerin der in Maulbronn hochgeschätzten Emma Kirkby, breitete sich strahlend in der Klosterkirche aus. Zarter, sensibler und damit lyrischer klang der Sopran von Sophie Klußmann. Eine Offenbarung war ihre anrührende Interpretation des „Laudate Dominum“ aus der „Vesperae solennes“, die seelenvoller und andächtiger kaum ausgeführt werden konnte. Schlank aber vital in der Ausgestaltung seiner solistischen Aufgaben war der Tenor von Marcus Ullmann zu vernehmen. Füllig und warm fügte sich der Bass von Steffen Balbach in das ausgewogne Solisten-Quartett ein. Die Hannoversche Hofkapelle musizierte mit glitzerndem Streicherklang und ausgewogen intonierter Bläserpracht und setzte mit diesem Konzertereignis ein beglückendes Finale zu einer durchweg gut besuchten Saison der Maulbronner Klosterkonzerte.


 

 

Heilbronner Stimme, 5. Mai 2014, Monika Köhler

Friedvoll leuchtender Abendsegen: Maulbronner Kammerchor in der Kilianskirche

Heilbronn. Gespenstische Stille, als der Chor endet. Ein Requiem auf den tragischen Untergang der Autofähre "Estonia" 1994: Das ist hoch emotionales, erschütterndes Gedenken, das bei der Stunde der Kirchenmusik in der Kiianskirche keinen unberührt lässt. Das 1997 von dem Finnen Jaakko Mäntyjärvi komponierte "Canticum Calamitatais Maritimae" bildet das Kernstück des mit "Von Gott zu Gott - Verheißungen und Gebete" überschriebenen Konzerts des Maulbronner Kammerchors, der ein beeindruckendes Zeugnis exzellenter Chorarbeit ablegt.

In das Murmeln und Flüstern des Chors drängt sich das über das Drama berichtende Männersolo wie ein liturgisches Gebet. Ein rhythmisches Rezitativ, dem mahnende Stimmen wie Glockenschläge folgen. Dazu die gesungene Einsamkeit einer Frauenstimme und Gesprächsfetzen, die in das Szenario des Schreckens eindringen.

Nicht minder eindrucksvoll präsentieren die 50 Frauen- und Männerstimmen Chorwerke aus dem 18. bis 21. Jahrhundert, die sich in ihrer Tonsprache erstaunlich nahe sind. Ob Eric Whitacres klangliche Ausrufund der christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung oder Gottfried Homilius' drei Motetten für sechsstimmigen Chor: Die federnde Handhabung der stimmlichen Vielfalt, das beweglihce Timbre, die runden Höhen und sonoren Tiefen berühren tief.

Präzise. Eine klare Artikulation ist bei den von Jürgen Budday mit Stringenz geleiteten Maulbronner Gästen ebenso gewiss wie das präzise Platzieren von Melismen und Tonkaskaden oder das Einfühlen in den Text. Als würde sich ein hohes Portal öffnen, leitet ein "Gloria" die Verkündigung des Erzengels Gabriel von Jim Clements ein, die mit weiblichem Solo überirdische Dimensionen erreicht.

Morten Lauridsen "Ave Maria" erblüht aus dem Dunkel mit großartigen dynamischen Tönungen und meditativer Atmosphäre. Bei Lucas de Pearsalls "Agnus Dei" legt sich ein friedvolles Leuchten wie ein Abendsegen über die Reihen der Zuhörer in der Kirche.


 


 

 

Marbacher Zeitung, 29. April 2014, Helmut Schwarz

Sänger wissen mit barocker Strahlkraft zu glänzen

Marbach. Der Maulbronner Kammerchor begeistert beim Konzert die Besucher. Das Programm ist anspruchsvoll.

Die Erwartungen für den Auftritt des vielfach ausgezeichneten und als "international herausragend" eingestuften Maulbronner Kammerchor waren hoch gesteckt. Beim Konzert am Sonntag in der voll besetzten Alexanderkirche hat sie der unter der Leitung seines Gründers Jürgen Budday singende Chor voll erfüllt. Selten haben die Zuhörer die Kirche so begeistert verlassen.

Chorwerke aus drei Jahrhunderten standen auf dem Programm des Benefizkonzertes für die Innenrenovierung der Stadtkirche. Für den Chor war das Konzert der Abschluss eines dreitägigen intensiven Probenwochenendes, für die evangelische Kirchengemeinde ein Geschenk, für die Konzertbesucher ein echtes musikalisches Ereignis unter dem Motto "Von Gott - zu Gott / Verheißungen und Gebete", das Jürgen Budday in einer kurzen Pause als "Beziehung zwischen Gott und den Menschen" umschrieb.

Neben drei Motetten für sechsstimmigen Chor von Gottfried A. Homilius und einem "Agnus Dei" von Lucas de Pascal, bei denen der Chor mit barocker Strahlkraft zu glänzen wusste, waren es vor allem faszinierende Werke zeitgenössischer Komponisten, mit dem der Maulbronner Kammerchor sein vornehmliches Interesse an moderner a-cappella-Literatur bestätige und seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen vermochte.

Das von dem finnischen Komponisten Jaakko Mäntiyärvi 1997 auf den Untergang der Estonia komponierte Requiem mit dem Titel "Canticum Calamitatis Maritimae" erhält angesichts jüngster Ereignisse enorme Aktualität. Die Nachricht des Rundfunksprechers über den Untergang der Autofähre "Estonia", die auf dem Weg von Tallin nach Stockholm mit 1000 Passagieren an Bord bei heftigem Sturm kenterte, wobei 910 Menschen ihr Leben verloren, wird vom Komponisten mit Psalmversen verquickt. Diese schlidern das Geschehen vom "hinauf zum Himmel und hinunter in die Tiefe". Und schließlich die Bitte "Herr, gib ihnen die ewige Ruhe!". Mit zwei Solisten und achtstimmigen Chor lässt der Komponist die Szenerie beschreiben - eine packende, aufwühlende Geschichte, die dem Chor enorm viel abverlangt.

Nicht minder schwieirig waren Werke wie die Motette "Hope, Faith, Life, Love" für bis zu elfstimmigen Chor von Eric Whitacre, oder "Gabriel's Message" von Jim Clements oder Wolfram Buchenbergs "Von 55 Engeli behütet" oder Fredrik Sixten's Osanna für zwei Chöre zu 16 Stimmen.

Der Maulbronner Kammerchor kann mit hervorragenden Solisten aufwarten und zeichnet sich durch enorme Diszipliniertheit aus. Der Marbacher Kirchenmusikdirektor Hermann Toursel dankte dem Chor und seinem Dirigenten für das musikaische Highlight - das Publikum mit herzlichen, lange anhaltendem Beifall.

 


 

 


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