Joshua

New Classics UK, 08. Januar 2008

Handel - Joshua

By John Pitt.

George Frideric Handel’s Joshua was composed in a month during the summer of 1747. It was the fourth oratorio by the great composer based on a libretto by Thomas Morell, and premiered in 1748 at the Covent Garden Theatre, London. Based on the Biblical stories of Joshua, this is one of Handel’s works from the height of his late creative period. Following the Jacobite Rising in England, he produced a series of oratorios based on military themes: Occasional Oratorio, Judas Maccabaeus, Alexander Balus, Joshua and Solomon. One of Handel’s most famous choruses, ‘See the Conq’ring Hero Comes’ was originally written for Joshua, although the composer soon added it to the better-known Judas Maccabaeus, which had premiered the season before. The sources, story and style of the two works are similar, but Joshua has perhaps been more underrated and contains some wonderful music, especially in the second act with its splendid opening and closing choruses.

This exemplary recording, made in 2007, is part of a cycle of old testament oratorios by G. F. Handel and is performed at Maulbronn monastery. The series combines authentically performed baroque oratorios with the optimal acoustics and atmosphere of this unique monastic church. This ideal location demands the transparency of playing and the interpretive unveiling of the rhetoric intimations of the composition, aided by historically informed performance on reconstructed historical instruments tuned to the pitch customary in the composer’s lifetime. Jürgen Budday, artistic director and founder, conducts the excellent Maulbronn Chamber Choir and Hanoverian Court Orchestra, with a fine array of soloists Miriam Allan (soprano), David Allsopp (countertenor), Mark LeBrocq (tenor) and James Rutherford (bass).

 

 


 

Classical.net, 08. Januar 2008

George Frideric Handel - Joshua
Oratorio in 3 acts

By Gerald Fenech.

The splendid German label, K&K continues to delight eclectic connoisseurs with selected works, mostly choral recorded in the splendid setting of the UNESCO World Heritage site, the Maulbronn Monastery in rural Germany.

Handel's 'Joshua', an oratorio which is perhaps rather overlooked when compared to other more copiously played works. However this splendid interpretation which includes some of the world's rising stars in oratorio singing could change that neglect. Budday directs the Hannoversche Hofkapelle with alacrity, never forcing the pace untowardly but at the same time keeping the ebb and flow of the whole work in check.

The recoding is outstanding with just the right balance between voices, orchestra and choir and I really must recommend this beautifully presented set to all lovers of choral music.

 




Die Rheinpfalz, 26. Mai 2007

Sonne und Mond stehen still
Nach zwei Mal "Messias" setzt "Joshua" Maulbronner Händel-Zyklus fort


Am Wochenende erklang in der Klosterkirche Maulbronn im Rahmen der dortigen Klosterkonzerte und ihrer Reihe mit Händels Oratorien der "Joshua", der an gleicher Stelle schon vor rund zehn Jahren gegeben wurde. Diesmal aber war die K&K-Verlagsanstalt vor Ort und hat die Aufführung für eine CD-Produktion im Rahmen der höchst verdienstvollen "Edition Kloster Maulbronn" mitgeschnitten. Die wird sich hören lassen und sich würdig in den bereits vorliegenden Zyklus einreihen.

Mehr noch, sie wird gerade bei diesem zu Unrecht wenig bekannten späten Händel-Oratorium die Diskografie wesentlich bereichern, denn es gibt bis dato nur zwei Einspielungen des Werks – und nur eine gute, die unter Robert King und mit dessen Consort.

Jürgen Budday, der künstlerische Leiter der Klosterkonzerte, bot am Pult des sehr ausgewogen, transparent und sauber singenden Maulbronner Kammerchores und der erneut auf alten Instrumenten ebenso farbenreich wie detailgetreu und prächtig aufspielenden Hannoverschen Hofkapelle eine in sich stimmige und überzeugend anlegte Wiedergabe. Die vermittelte sinnfällig die dramatischen Partien des Werks – etwa beim Fall Jerichos oder dem Augenblick, in dem Joshua Sonne und Mond Einhalt in ihrem Lauf gebietet – mit den lyrischen Momenten. Die einen hatten prägnante Kontur und Spannung, die anderen viel Feinschliff und Zartheit im Ausdruck. Ausgesprochen effektvoll vorgetragen, weil in seiner Steigerungsdramaturgie auf den Punkt gebracht, wurde der berühmte Chor "See the conqu‘ring hero comes" (in der unauthentischen Version als Adventslied "Tochter Zion" weithin bekannt). Würde und Kraft hatte auch der hymnische Schlusschor. Kurzum: Händels Werk wurde in ebenso wohltönender wie ausdrucksvoller Weise zur Sprache gebracht, was für den freudig zu erwartenden Mitschnitt viel Gutes verheißt. Wesentlichen Anteil an der Intensität und dichten Atmosphäre der Aufführung im diesmal frühlingshaften Ambiente des Klosters Maulbronn mit einer vorabendlich lichtdurchfluteten Klosterkirche als Aufführungsort hatten auch die vier Solisten. Allen voran die mit hell leuchtendem Timbre singende Sopranistin Miriam Allan als Achsa und Engel. Ihr Vortrag der jubelnden Arie "Oh! had I Jubal‘s lyre" war absolut Weltklasse. Der junge Altus David Allsopp faszinierte in der Partie des Othniel durch stimmliche Schönheit und erlesene Linienführung. Leicht und dennoch akzentuiert sang der Tenor Mark LeBrocq die Titelrolle, profund und nobel der Bassist James Rutherford als Caleb.

Seit 1998 wurden acht Aufführungen Händelscher Oratorien in Maulbronn für CD mitgeschnitten. Zuletzt 2005 und 2006 in jeweils vorzüglich gelungenen Einspielungen der "Messiah": einmal im Original und einmal in Mozarts Bearbeitung. Budday deutet beide Versionen unterschiedlich und lässt den Geist der Mozartschen Bearbeitung sehr plastisch durchscheinen. Das hat geradezu Referenz-Charakter. Weiter ist mit dem von Budday dirigierten Maulbronner Kammerchor auch eine A-Cappella-CD als Mitschnitt eines Konzerts vom Juni 2006 erschienen. Ihr Titel lautet: "Der Mensch lebt und bestehet. Geburt. Endlichkeit. Ewigkeit." Er bringt Werke des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter die Titel gebende späte Motette op. 138 von Max Reger, aber auch Stücke von Mendelssohn, Britten, Biebl, Pärt oder den zeitgenössischen Chorkomponisten Morten Lauridsen, Jan Sandström oder Wolfram Buchberg. Der Lebensweg vor theologischem Hintergrund ist das Thema des ernsten, tiefgründigen Programms. Und entsprechend eindringlich, nachsinnend und existenziell betroffen sind die Wiedergaben, die den hohen Standard des Maulbronner Kammerchores auf zwingende Weise belegen. In einigen Sätzen werden auch Raumklangeffekte eingesetzt. Die kommen auch auf der CD sehr gut zur Wirkung, was Ausdruck der ganz vorzüglichen Aufnahmetechnik und der hervorragenden Arbeit von Tonmeister Andreas Otto Grimminger ist.

 




Mühlacker Tagblatt, 22. Mai 2007

Oratorium spannungsreich aufgeführt
Die Klosterkonzerte Maulbronn setzen mit "Joshua" den Händel-Zyklus mit einem eindrucksvollen Höreindruck fort


Von Rudolf Wesner.


Mit dem über viele Jahre systematisch fortgeführten Händel-Oratorien-Zyklus haben sich die Klosterkonzerte Maulbronn und insbesondere dessen künstlerischer Leiter Jürgen Budday internationale Anerkennung verschafft. In die Reihe der glanzvollen Aufführungen der Oratorien des Barockmeisters aus dessen Londoner Zeit fügte sich am Wochenende nun auch "Joshua" aus dem Jahr 1747 würdevoll ein.

In der Klosterkirche Maulbronn konnten Musikfreunde in zwei Aufführungen Zeugen eines eindrucksvollen Hörerlebnisses werden. Georg Friedrich Händel benötigte nur einen einzigen Monat, um dieses Oratorium, das machtvoll, erhaben und zugleich auch voller musikalischer Effekte ist, wie alle anderen, ebenfalls in Maulbronn bereits aufgeführten Werke dieser Art, zu komponieren.

Eigentlich unvorstellbar, wenn man an die dramatische Kraft und den dennoch innigen Ausdruck denkt, die das Oratorium "Joshua" prägen. Es bezieht sich auf den biblischen Bericht über den Nachfolger Mose und dessen Taten und Kämpfe, die Joshua vollbrachte, um das israelische Volk zusammenzuführen und ihm einen Weg in die Zukunft zu weisen. Eine derartige Schilderung kann selbstverständlich heroische Aufrufe zum Kampf oder heldische Verkündigungen der großen Ziele nicht umgehen, weshalb das Oratorium durchaus auch martialische Klangwelten enthält; Doch dann folgen wieder lyrische, zarte und schwärmerische Passagen, in denen zum Beispiel Bilder aus der Natur musikalisch farbig und hell leuchtend ausgemalt werden.

Das große Verdienst von Jürgen Budday am Dirigentenpult der glanzvoll musizierenden Hannoverschen Hofkapelle und des stimmenkultivierten Maulbronner Kammerchors war es, dass er zusammen mit dem höchst qualitätsvoll und ideal zusammengefügten Solistenquartett die mit Pause mehr als drei Stunden dauernden Aufführungen am Samstagabend und Sonntagnachmittag auf hohem Niveau spannungsvoll zu gestalten vermochte.

Der Maulbronner Kammerchor hatte wie in allen großen Oratorien die umfangreichsten, dafür aber auch eine Fülle musikalisch überaus reizvoller und herausfordernder Aufgaben zu erfüllen. Wieder war es die beständige Präsenz des Chores, die stets lebendige, dichte Gestaltungskraft und die Ausgewogenheit des Zusammenklangs dieser 40 Stimmen, die den Aufführungen eine beglückende Ausstrahlung verliehen.

Auch die Hannoversche Hofkapelle, in Maulbronn inzwischen mit dem Händel-Zyklus eng verbunden, bestach mit ihrem vollendeten Spiel auf historischen Instrumenten. Klangfülle zwischen silbrig-hell glitzernd und pompöser Pracht der Barockmusik entfalteten die ambitioniert musizierenden Angehörigen dieses Orchesters. Höchste Anerkennung verdient nicht zuletzt das Solistenquartett mit Miriam Allan (Sopran), David Allsopp (Altus), Mark Le-Brocq (Tenor) und James Rutherford (Bass). Wieder war es Jürgen Budday gelungen, Sängerinnen und Sänger für die Aufführungen im Rahmen der Klosterkonzerte Maulbronn zu gewinnen, die ebenso als Könner mit weitreichender Aufführungspraxis in Händel-Oratorien gelten, als auch mit Stimmen ausgestattet sind, die das Zuhören zur Wohltat werden lassen.

Einen engelhaft klaren und wandlungsreichen Sopran ließ Miriam Allan, Meisterschülerin von Emma Kirkby, die in der Vergangenheit mehrfach in Maulbronn mitwirkte, hören. Mit zartestem Ausdruck und mit ungemein geschmeidig ausgeführten Koloraturen faszinierte die junge Sängerin. Warm und auch in den Höhen noch vital klingend war der Altus von David Allsopp zu vernehmen. Einen nicht weniger wandlungsfähigen Tenor brachte Mark Le-Brocq in die Aufführung des Oratorium "Joshua" ein, mit dem er auch die heldischen Passagen, als Joshua zum Kampf um Jericho aufruft und später das geschlagene Volk zu erneutem Widerstand gegen die Feinde Israels ermutigt, markant und mitreißend interpretierte. James Rutherford glänzte mit seinem wahrhaft fulminanten Bass, den er mit dramatischen Akzenten einsetzte, um die Zerstörungen zu beschreiben und die schmähliche Niederlage der Armee von Joshua zu beklagen.

Insgesamt wurden die Klosterkonzerte Maulbronn mit dieser ergreifenden, mitreißenden, spannungsgeladenen, von lebendigen Energieströmen durchzogenen Aufführung des Händel-Oratoriums "Joshua" außerordentlich bereichert. Demnächst kann sie auch als Mitschnitt auf einer CD angehört werden.

 




Pforzheimer Zeitung, 21. Mai 2007

Liebe in den Zeiten des Krieges
Bei den Maulbronner Klosterkonzerten wurde Händels Oratorium "Joshua" erfolgreich aufgeführt

Von Thomas Weiss.

Der Kreis schließt sich. Vor zehn Jahren eröffnete "Joshua" bei den Maulbronner Klosterkonzerten die Reihe der Händelschen Oratorien, die sich Führerfiguren und Königen des Alten Testaments widmete. Nun stand "Joshua" in historischer Aufführungspraxis in englischer Originalsprache erneut in der Klosterkirche unter Jürgen Buddays Leitung auf dem Programm.

Oratorien auf CD dokumentiert

Denn als das Oratorium erstmals im Weltkulturerbe aufgeführt wurde, hatte die erfolgreiche und international anerkannte Zusammenarbeit der Klosterkonzerte mit der Landauer K&K Verlagsanstalt, die die Konzerte auf CD dokumentiert, noch nicht begonnen.

Nach "Jephta", "Samson", "Judas Maccabäus", "Saul", "Solomon", "Belshazzar" sowie dem "Messias" in der Originalfassung Händels und in der Bearbeitung Mozarts war es folgerichtig, "Joshua" im Konzert erneut vorzustellen und damit gleichzeitig die Grundlage eines Mitschnittes für eine geplante CD-Veröffentlichung zu liefern. Auf diese CD darf man sich nach den Eindrücken der Aufführung freuen. Denn Jürgen Budday, die mit dem Leiter der Klosterkonzerte in langjähriger Zusammenarbeit verbundene Hannoversche Hofkapelle sowie ein begeisterndes Solistenquartett und der sich bestens präsentierende Maulbronner Kammerchor boten eine "Joshua"-Aufführung fast ohne Fehl und Tadel.

War "Joshua" ein beachtlicher Uraufführungserfolg, der auch musikalische Folgen hatte, Händel recycelte die erfolgreiche Chorkomposition "See the conqu’ring hero comes" für Folgeaufführungen von "Judas Makabäus", so findet das 1748 uraufgeführte Oratorium inzwischen wenig Beachtung.

Unverständlich, nimmt man musikalischen und inhaltlichen Reichtum der Maulbronner Aufführung als Maßstab. Denn Händels Librettist Thomas Morell hat zum kriegerischen Geschehen um den Feldherrn Joshua und seine erfolgreichen Feldzüge, improvisiertes Trompetengeschmetter der vorzüglichen Bläser der hannoverschen Hofkapelle inklusive, einen romantischen Kontrapunkt mit der Liebeshandlung um Othniel und Achsah gesetzt. Dramatisches wie die Eroberung Jerichos und den darauf folgenden Sieg durch ein Gotteswunder über den König von Ai wird von Händel mit dem profunden Sinn des Musikdramatikers ebenso fesselnd gestaltet wie die Spähre von Othniel und Achsah.

Budday gelingt es, den martialisch-wirkungsvollen Anspruch in überzeugende Balance zur intim-glühenden Gefühlswelt der Liebenden zu setzen, wobei Othniel sich auch als Krieger beweisen muss, bevor er Achsah heiraten darf. Farbenreich und differenziert, nur gelegentlich durch die hallige Kirchenakustik getrübt, musiziert die Hannoversche Hofkapelle in historisch informierter Aufführungspraxis, was sich aber nie als klanglich ausgedünnt oder blutarm erweist. Wobei der plastisch musizierenden Continuo-Gruppe ein Sonderlob gilt.

Budday setzt im Laufe des Abends verstärkt rhythmische Akzente, ist seinen Solisten wie dem bestens vorbereiteten Maulbronner Kammerchor eine stets einfühlsame Stütze. Die Maulbronner, ausgewogen in allen Stimmlagen besetzt, verbinden Transparenz mit Klangschönheit. Wo gefordert, verfügt der relativ klein besetzte Chor auch über ein dramatisches Potenzial wie in "See the conqu’ring hero comes". Ob der D-Dur-Jubelchor zur Erstürmung Jerichos oder das c-Moll-Chorarioso der zwischenzeitlich geschlagenen Isrealiten, die weitgespannten Ausdruckskontraste der Händelschen Musik werden bestens ausgeformt. Zum begeistert aufgenommenen Oratorium hatten auch die überzeugenden Solisten beigetragen (...).

Mit hellem beweglichen Sopran bewegte sich Miriam Allan als innig Liebende auf den Spuren ihrer Mentorin, der großen Emma Kirby. Ihre in der Höhe mühelose Stimme verfügt über ein etwas weißes, aber dennoch ansprechendes Timbre.

Stilistische Sicherheit und makellose Technik prägt auch Mark LeBrocqs Tenor, der dem von Händel etwas eindimensional gezeichneten Titelhelden differenzierte Statur verleiht. David Allsopp verfügt über einen mühelos tragenden, sehr weich timbrierten Altus, der es ihm erlaubt, die Innigkeit des Verliebten ebenso wie die späte heroische Seite des Othniel in Klang umzusetzen.

 

Zur Übersicht

 

Joshua