Belshazzar

New Classics UK, 19. oktober 2005

G.F. Handel - Belshazzar

By John Pitt.

Handel’s spectacular oratorio Belshazzar was composed in 1744, from a libretto by Charles Jennens that describes the fall of Babylon. Less successful in it’s day than the popular Italian opera, Belshazzar is a work on an imposing scale - dramatic, passionate, full of stirring choruses and solos, and a piece which Handel himself described as ‘very grand and uncommon’. The oratorio is full of invention, energy and drama with the Jewish, Babylonian Persian and Medes masses having their own distinctive musical styles that were juxtaposed to create a tense dramatic conflict. Composed in the same year as the splendid Hercules the two oratorios represent the peak of Handel’s dramatic writing. Belshazzar was a failure at the time of its first performance in 1745 - contemporary reports speak of a disastrously bad performance - and the oratorio never gained popularity in Handel’s lifetime.

Jürgen Budday is director of church music and artistic director of the concert series at the monastery of Maulbronn, of the cantor choir and of the Maulbronn Chamber Choir. He is one of the leading German conductors of historical and modern vocal music, and his previous concert recordings have received international acclaim, including thos of the Handel oratorios Jephtha, Samson, Judas Maccabaeus and Saul Belshazzar may be one of Handel’s less performed works but is indisputably one of his finest, as is evident from this splendid recording in which the soloists include Mark Le Broque (Belshazzar), soprano Miriam Allan, countertenor Michael Chance and Patrick van Goethem.





Rheinischer Merkur, 25. August 2005

CD-Tipp
Das Ende des Tyrannen

 

"Jehova! Dir künd ich auf ewig Hohn,/ Ich bin der König von Babylon!“ Die Gotteslästerung, die Belsazar in Heines berühmter Ballade zum Verhängnis wird, kostet ihn auch in Händels Oratorium das Leben. Allerdings dauert der tiefe Fall des selbstgerechten Unterdrückers entschieden länger. Zweieinhalb Stunden lang schildert Händel farbenreich und hoch dramatisch die Befreiung der Israeliten aus babylonischer Gefangenschaft. Der Live-Mitschnitt von den Klosterkonzerten Maulbronn 2004 begeistert durch energische Chorsätze, das souveräne Dirigat des Händel-Spezialisten Jürgen Budday und exquisite Solostimmen. Besondere Erwähnung verdient der glockenhelle, warme und biegsame Sopran der jungen Miriam Allan (Nitocris), die von Weltstar Emma Kirkby nicht ohne Grund zur idealen Nachfolgerin erklärt wurde.





Kulturmagazin Scala / Meier | www.meier-online.de


Händel von der K&K Verlagsanstalt
Perle aus Maulbronn


Von Ingo Wackenhut.

Das Beste aus dem Landauer Hause Grimminger/Kindler ist sicherlich die Händel-Oratorien-Serie aus dem Weltkulturerbe Kloster Maulbronn. Nun ist der sechste Streich erschienen, der wiederum die eindrückliche akustische Umgebung der Klosterkirche minutiös abbildet, andererseits aber auch die enormen interpretatorischen Qualitäten des musikalischen Hausherrn Jürgen Budday.

Händels „Belsazar“ stand im Mittelpunkt zweier Konzerte im September 2004, die seit kurzem im unverwechselbaren K&K-Design zugänglich sind. Budday verfällt dabei keineswegs der Gefahr, das hochdramatische Opus (in der Fassung von 1751) allzu opernhaft aufzuladen, sondern vertraut Händels theatralischem Instinkt mit gewissermaßen absolut-musikalischen Mitteln. Das macht sich bei der Sängerriege bemerkbar, die fast durchweg auf äußerlich veristische Effekte verzichtet und stattdessen die Affekte zum sprechen bringt: Mark LeBroq, der in der tenoralen Titelpartie mit endlosem Atem gleichwohl ordentlich auftrumpft, die sehr jugendliche Nicotris der gar nicht mütterlichen Miriam Allan, Michael Chance’ substanzreicher Altus (Daniel), der jungenhafte tönende Altus Patrick van Goethen als nachdenklicher Babylon-Eroberer Cyrus und der sensible Bass des André Morsch als abtrünniger Gobrias. Dazu der piekfeine Maulbronner Kammerchor, schlank, gerade, mit gestochenen Koloraturen und der Fähigkeit zum klangwerdenden Staunen und die mit allen historischen Wassern gewaschene Hannoversche Hofkapelle mit vibratoarmem, pulsierendem, gestisch bewegtem Spiel. Und Budday, der die gut 50 Nummern fein ausdifferenziert und stichhaltige atmosphärische Akzente setzt, indem er beispielsweise das Halleluja der auf ihre Befreiung hoffenden Juden ganz nachdenklich zurücknimmt oder das Menetekel in atemberaubendem Staunen enthüllen lässt.

Ein spätbarockes Fest und vielleicht die schönste Perle der Landauer Maulbronn-Reihe.

 

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