Saul

Kulturmagazin SCALA, März 2003

Der CD Tip...
Händels 'Saul': Drama aus dem Kloster


Von Ingo Wackenhut

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In der feinen Reiher der Maulbronner Kolsterkonzerte folgt 'Saul' nun Samson, Judas Maccabäus und Jephta und hat als bemerkenswertesten Aktivposten die Hannoversche Hofkapelle aufzubieten. Unter Jürgen Buddays Leitung wird genüsslich ausgeziert, beinahe improvisatorisch agiert, mit dezent angeschärftem Klang und einem Farbenreichtum, der in die Romantik weist, ohne den Boden historischer Spielweise zu verlassen. Famose Basis für den (unter Live-Bedingungen erstaunlich) sattelfesten Maulbronner Kammerchor und eine Lesart, die Sauls Opernnähe unbedingt mitbedenkt.

Einwandfrei bis vorzüglich die Solisten: Voran der prominente Altus Michael Chance als recht reifer David (mit machmal etwas mulmiger Intonation), die agilen Soprane Nany Argenta (Michal) und Laurie Reviol (Merab), der höhenleichte Tenor Marc LeBrocq als Jonathan und Stephen Varcoe in der 'Titelrolle' mit eher balsamischen als dramatischen Tönen.

 

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