JUDAS MACCABÄUS

Werkbeschreibung

"Ouverture Oratorio Judah Maccabeus. angefangen den 9 July 1746. od. den 8 dieses" schrieb er auf die erste Seite des Autographs, und am Ende der letzten steht "S.D.G. Fine dell'Oratorio G.F.H. Agost. 11. 1746. völlig geendet." Auf Empfehlung des Prince of Wales hatte Händel sich an den Geistlichen Thomas Morell mit der Bitte um ein passendes Libretto gewandt. Fast ein viertel Jahrhundert später gab dieser in seinen Memoiren einen lebendigen Bericht von der Zusammenarbeit mit Händel: "Nach zwei oder drei Tagen brachte ich ihm den ersten Akt von JUDAS MACCABÄUS, der seine Zustimmung fand. ‚Gut‘, sagte er ‚und wie wollen Sie fortfahren?‘ ‚Nun, wir müssen uns einen Kampf vorstellen, den die Israeliten gewonnen haben, und so beginnen wir mit einem Chor wie Fallen is the Foe oder so ähnlich.‘ ‚Nein, ich will es so haben‘, und er begann, das Thema auf dem Cembalo zu spielen, wie es jetzt dasteht. ‚Nun, machen Sie weiter‘. ‚Ich werde Ihnen morgen mehr bringen‘ ‚Nein, jetzt sofort.‘ So fall thy Foes, O Lord ‚Das wird gehen‘, und sogleich führte er die Komposition fort, wie wir sie in jenem wunderbaren Chor vor uns haben.
Der Plan von JUDAS MACCABÄUS war als Huldigung für den Duke of Cumberland bei seiner siegreichen Heimkehr aus Schottland entworfen." Der Beginn von Händels Zusammenarbeit mit Morell bedeutet einen deutlichen Einschnitt in der Entwicklung des Oratoriums. Seit seiner Rückkehr aus Dublin 1742 hatte der Komponist mit Samson, Semele, Hercules und Belshazzar vier seiner besten dramatischen Oratorien geschrieben, deren Libretti von vier verschiedenen Autoren stammten. In Reverend Thomas Morell (1703-1784) stiess Händel nun auf einen vielseitig gebildeten Mann.

Im ersten Akt beklagen die Israeliten den Tod ihres Führers Mattatias. Sie bitten Gott, ihnen einen Nachfolger zu schicken, der sie aus der Unterdrückung befreit und ihnen die Freiheit wiedergibt. Simon, einer der Söhne des Mattatias und Hoherpriester, verkündet, Gott habe seinen Bruder Judas Makkabäus als neuen Heerführer auserkoren. Judas verspricht dem jüdischen Volk Frieden und Freiheit.

Im zweiten Akt jubeln die Israeliten Judas Makkabäus zu, der die feindlichen Heere aus Samaria unter Apollonius und aus Syrien unter Seron geschlagen hat. Als ein Bote berichtet, dass König Antiochus ein ägyptisches Heer unter der Führung von Gorgias nach Judäa entsandt habe, überfällt Verzweiflung die Israeliten. Doch Simon und Judas stärken den Siegeswillen der israelitischen Truppen.

Im letzten Akt ist der Tempel von Jerusalem zurückerobert und das Fest des Lichtes soll gefeiert werden. Ein Bote berichtet, wie Judas, der Makkabäer, den Rest der feindlichen Heere unter Nikanor bei Kapharsalama geschlagen habe. Der Sieger zieht im Triumph in Jerusalem ein und gedenkt der im Kampf Gefallenen. Von einer Mission in Rom kehrt der israelitische Gesandte Eupolemus mit einem Vertrag zurück, der die Unabhängigkeit Judäas garantiert. Die Israeliten danken Gott und preisen den Sieger, der ihnen die Hoffnung auf Frieden und Wohlstand zurückgegeben hat.

 

Georg Friedrich Händel JUDAS MACCABÄUS

Georg Friedrich Händel

JUDAS MACCABÄUS
Oratorium in drei Akten, in englischer Originalsprache und historischer Aufführungspraxis

K&K Verlagsanstalt
Edition Kloster Maulbronn, 2000
Doppel-CD, DDD, 150 Min.
ISBN 3-930643-71-5
EUR 28,-

Sinéad Pratschke - Soprano
Catherine King - Mezzosopran
Charles Humphries - Altus
Mark LeBrocq - Tenor
Christopher Purves - Bass
Maulbronner Kammerchor
Musica Florea Prag
Jürgen Budday

Erhältlich über eine Email an den
Shop des Maulbronner Kammerchors
oder direkt bei unseren Konzerten.