Pressestimmen 2001

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Stuttgarter Nachrichten, 15. Oktober 2001
Glasklare Stimmführung
Der Maulbronner Kammerchor in der Leonhardskirche.

Einmal abgesehen von der Tatsache, dass beide, Pärt wie Dvorák, Stücke aus der Messe (bzw. den vollen Messetext) vertont haben, wollte deren Gegenüberstellung, die Jürgen Budday mit seinem Maulbronner Kammerchor anlässlich der Stunde der Kirchenmusik in der Leonhardskirche gewagt hat, nicht so recht überzeugen.

Auf der einen Seite Pärts gewissermaßen objektivierter, der Emotion entsagender Duktus des Figurenwerks seiner "Summa'', seiner Vertonung des Credos für Chor a cappella, auf der anderen Seite Dvoráks spätromantisch klangschwelgendes persönliches Glaubenszeugnis in seiner Messe D-Dur op. 86 für Chor und Orgel.

Dessen ungeachtet aber konnte der Maulbronner Kammerchor in beiden musikalischen Bereichen brillieren. Seine punktgenaue Intonation wie seine glasklare Stimmführung vermochten Pärts Textur des nur scheinbar Immergleichen in hohem Maße transparent werden zu lassen; allenfalls hätte ein etwas zurückgenommenerer klanglicher Gestus, ein schwebenderer Ausdruckscharakter Pärts Anliegen vielleicht noch kongenialer treffen können.

Urmas Sisask - wie Pärt auch er ein gebürtiger Este - ist jenem hinsichtlich der kompositionstechnischen Mittel nicht ganz unähnlich, doch in seiner 1991 entstandenen "Benedictio'' scheint er Gottes Segen geradezu beschwören zu wollen, so hektisch aufgedreht wirbeln die kleingliedrigen musikalischen Muster in seiner Komposition. Und sie erfahren oft minimale Varianten ihrer Fügung: erstaunlich, wie präzise der Maulbronner Kammerchor dem zu folgen verstand! Dvoráks D-Dur-Messe zeigte dann auch die anderen gestalterischen Fähigkeiten dieses exzellenten Chores: hoch gewölbte, herrlich aufblühende dynamische Bögen, ein weich modellierter klanglicher Schliff und eine beachtliche Prägnanz der Linienführung.

Schade nur, dass Jürgen Budday die Strahlkraft der Soprane, die kernigen Altstimmen, die höhensicheren Tenöre und die substanziellen Bässe wie auch die Orgel (Erika Krautter-Budday), wo möglich, nur allzu gerne an die Grenzen des Forte führte.

Thomas Bopp

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Stuttgarter Zeitung, 15. Oktober 2001
Mit Gottes Segen
Maulbronner Kammerchor bei der Stunde der Kirchenmusik

"Mein Werk könnte heißen: Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott, dem Allmächtigen, und Dank für die große Gabe, die mir gestattete, dieses Werk zum Preis des Allerhöchsten und zur Ehre unserer Kunst glücklich zu beenden'', schrieb Antonin Dvorak 1887 nach Beendigung seiner Messe in D-Dur op. 86. Diese schon beinahe naive Religiosität spiegelt sich während des ganzen, fast 45 Minuten dauernden Stücks wider. Volksliedhafte Themen, glanzvolle, majestätische Akkorde und lyrische Bögen erklangen musikalisch ausgereift durch den Maulbronner Kammerchor in der Leonhardskirche bei der "Stunde der Kirchenmusik''.

Schön ausgearbeitete Klangfarben und klare Strukturierung zeichnen diesen Chor aus. Der Dirigent Jürgen Budday legt die Betonung auf eine hohe dynamische Flexibilität und einen fast tänzerisch pulsierenden Rhythmus, entstehend durch Sprachbetonung. Die effektvolle Gegenüberstellung von individuell gestaltendem Solisten und Chor wurde ein wenig durch die Doppelbesetzung der Soli mit Choristen gemindert.

Die Leistung des Chors, der unter anderem den ersten Preis beim Deutschen Chorwettbewerb in Regensburg gewann, zeigte sich auch bei den zwei Werken estnischer Komponisten aus dem 20.Jahrhundert, die auf dem Programm standen. Der seit 1983 bestehende Maulbronner Kammerchor ist der Chor der Maulbronner Klosterkonzerte. Er hat seinen Schwerpunkt auf die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts gelegt.

Archaisch und zeitlos wirkt Arvo Pärts "Summa''. Ein ausschließlich in e-Moll gehaltenes Credo für vierstimmigen Chor, dessen Form weniger an subjektive Empfindung als vielmehr an mathematische Strukturen erinnert. Ein jeweils zweitaktiger Männerstimmenblock mündet hier in einen vierstimmigen Chorsatz, der dann in einen Frauenstimmenblock übergeht. Dieses Muster ist derart konsequent durchgehalten, dass die Stimmen teilweise mitten im Wort anfangen oder auch enden.

Eine weitere Herausforderung an Gestaltungskunst war "Benedictio'' des 1960 geborenen Esten Urmas Sisak. In einem Arvo Pärt verwandten, fast mystischen Stil scheint er durch ständige, gebetsmühlenhaft anmutende Wiederholung den Segen Gottes beschwören zu wollen.

Mit hoher Transparenz und rhythmisch betonter Sprachmelodie, die teilweise an eine Dampflokomotive erinnert, steigert sich das Stück beinahe ekstatisch zu einem Höhepunkt hin.

Von Erika Habenicht

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Teckbote, 19. September 2001
Dynamische Bandbreite in musikalischer Perfektion
Maulbronner Kammerchor beeindruckte beim Gastspiel in der Kirchheimer Martinskirche

KIRCHHEIM - "Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind" - das war das Motto, unter welchem der Maulbronner Kammerchor im Gedenken an die Opfer und deren Angehörige der Terroranschläge in den USA ein Konzert gab. Hin aktuelleres Programm mit Werken zeitgenössischer Komponisten - auf Höchstniveau dargeboten - hätte der Leiter des Chores, Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday, kaum zusammenstellen können.

Eine Credovertonung von Arvo Pärt, die in Ihrer für den Komponisten typischen Enthaltsamkeit in punkto musikalischen Ausdrucks und harmonischer Struktur seiner "Passio" nahe kommt, bildete den Anfang, Gleich einer mathematischen Formel teilt der Komponist den Text in 16 nahezu gleich lange Abschnitte, bestehend aus Frauenchor, vierstimmigem gemischtem Chor und Männerchor.

Wachheit und rhythmische Präsenz waren von Anfang an spürbar. Wer auf Grund der vom Komponisten gewollten musikalischen Enthaltsamkeit den Eindruck bekam, der Chor befände sich noch in der Aufwärmphase, wurde eines Besseren belehrt, als der Chor in schwierigen exponierten Lagen brillierte. Es folgte eine vier- bis siebenstimmige Motette von Knut Nystedt "Die Güte des Herrn", in welcher moderne und spätromantische Kompositionsmittel auf eine, für jeden Zuhörer nachvollziehbare Weise verknüpft war.

"Schreie laut zum Herrn, ...lass Tag und Nacht Tränen herabfließen wie einen Bach ...", skandierte ein Sprechchor der Männerstimmen, der einen, von den klaren Frauenstimmen in unablässig auf und absteigenden Tritonusintervallen unterlegt - einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Hier bestach der Chor durch die perfekte Beherrschung komplizierter rhytmischer Strukturen und moderner musikalischer Ausdrucksformen.

Ganz unmerklich wurden die Zuhörer dann im zweiten Teil um hundert Jahre zurückversetzt, als plötzlich die versöhnlichen Harmonien eines Hugo Wolfs angeschlagen wurden. Dem Komponisten gelang hier eine perfekte kompositorische Überleitung, die der Chor anstandslos meisterte. Aus diesem eher geräuschhaft konzipierten Anfang kristallisierte sich ein sechsstimmiger Satz heraus. Je eindringlicher der Text Trost, Vertrauen und Hoffnung zusprach, desto stärker entwickelte sich die Klanglichkeit.

Bis ins Letzte ausgekostete musikalische Spannungsbögen in Textteilen wie "... denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt" ließen dieses Werk, dem der Chor nicht nur durch seine enorme dynamische Bandbreite, sondern auch durch echte Textverinnerlichung Rechnung trug, zu einem großen Hörerlebnis werden.

Zu einem atemberaubend räumlichen Klangerlebnis wurde schließlich Nystedts Motette "Immortal Bach", die auf den ersten sieben Takten von Bachs Vertonung des Chorals "Komm, süßer Tod" beruht. Wie aus dem Himmel, in Wirklichkeit aber aus dem Chor der Martinskirche, in welchem sich die knapp über 40 Sängerinnen und Sänger des Maulbronner Kammerchores eigens zu diesem Stück verteilt hatten, entfalteten sich im Pianissimo die Klänge der ersten zwei Takte "Komm, süßer Tod". Ganz unmerklich verdichtete sich der letzte Akkord auf dem Wort "Tod" bis hin zu einem zwanzigstimmigen Cluster, welcher mit dem Tonmaterial dieser ersten zwei Takte spielte. Durch die absolute Reinheit und Selbstverständlichkeit der einzelnen Stimmen entwickelte sich ein faszinierendes, die Farben, jedoch nicht die Lautstärke wechselndes Klanggebilde, das schon nicht mehr irdischen Charakter hatte. Trotzdem zogen in diesem Moment die unfassbaren Bilder der vergangenen Woche auf. Der Satz zurück zu einer lupenreinen Vierstimmigkeit, um die Takte drei und vier des Chorales "Komm sel'ge Ruh" zu rezitieren. Wer mit zwei völlig konstanten Takten rechnete, wurde überrascht durch eine abermalige Verzweigung in ein vielstimmiges Gebilde, welches das erste an faszinierenden Klängen noch zu übertreffen schien. Dieses Prinzip wiederholte sich ein drittes Mal, um den Choral schließlich in einem verklärten F-Dur ("Komm führe mich in Friede") enden zu lassen"

Urmas Sisask litaneiartig ekstatische "Benedictio", die den Segen Gottes beschwören soll, bildete durch seine auf Sprache und Rhytmus setzende Anlage einen Kontrast zum vorangegangenen Stück, Aúch wenn dieses Stück in seiner kompositorischen Qualität deutsch abfiel, konnte der Chor durch rhythmische Brillianz und klare Aussprache überzeugen, die noch im hintersten Winkel der Martinskirche absolut deutlich, zu verstehen war.

Dvoraks Messe in D-Dur, zu welcher der Chor auf der Empore Aufstellung bezog, wurde zu einem echten Glaubensbekenntnis - nicht nur das Credo. Hier gab es keine Spur von routinemäßigem Abspulen des Messtextes, wie man es leider allzu oft hören muss, nicht zuletzt, weil das Werk in seiner Schwierigkeit unterschätzt wird. Im "Kyrie Eleison" war echte Hingabe von Anfang an spürbar.

Die Beherrschung aller möglichen stimmlichen und stilistischen Raffinessen der Romantik sowie perfekte Intonation an fast allen heiklen A-cappella Stellen, eine abwechslungsreiche Orgelregistrierung und nicht zuletzt das musikalisch engagierte Orgelspiel von Erika Budday garantierten Kunstgenuss auf hohem Niveau. Alle musikalischen Erwartungen die man an einen Spitzenchor stellen kann, wurden erfüllt. Sei es das lebendige Zupacken zu Beginn des "Gloria" und des "Sanctus", das durch Mark und Bein gehende "Crucifixus" und das freudige "et resurrexit", alles wirkte echt und war lebendig.

Die Chorsoli wurden von allen Stimmen mit Bravour bewältigt. Auch leise, hoch liegende Partien wie "Dona nobispacem" im "Agnus Dei", wirkten am Ende eines eineinhalbstündigen Konzertes noch herrlich gelöst. Ein fantastisches Gespür Jürgen Buddays für die Tempi sowie wohldosierte Agogik an sämtlichen Übergängen rundeten die Messe zu einem perfekt in sich geschlossenen Ganzen ab.

Der Applaus des Publikums wurde belohnt durch Rheinbergers Abendlied "Herr bleib bei uns, denn es will Abend werden", in welchem noch einmal die volle dynamische Bandbreite und musikalische Perfektion beeindruckten.

von SAMUEL KUMMER

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Mühlacker Tagblatt, 18. September 2001
Moderne und spätromantische Chorwerke spendeten Trost
Maulbronner Kammerchor bestach wieder mit hoher Stimmenkultur - Programm entsprach der Stimmung

MAULBRONN (wes). Es ist beklemmend wahrzunehmen, dass das Programm der Klosterkonzerte Maulbronn, obwohl bereits am Anfang dieses Jahres zusammengestellt, gerade am vergangenen Wochenende der bedrückten Stimmung der meisten Besucher entsprach. Das war am Freitagabend der Fall, als die von Trauer und Klage erfüllte Kammersinfonie, Opus 110 a, von Dimitri Schostakowitsch zu hören war.

Unter der Leitung von Jürgen Budday, dem Begründer des Chores und künstlerischen Leiter der Klosterkonzerte Maulbronn, führte der seit 1983 bestehende Kammerchor zeitgenössische Chorwerke sowie die spätromantisch geprägte Messe D-Dur, Opus 86, von Antonin Dvorak auf. Insgesamt handelte es sich bei diesen Kompositionen um geistliche Stücke, die dem Zuhörer Trost in der Trauer und zudem auch innere Ruhe und Besinnung vermitteln können. Das Konzert wurde deshalb von der Mehrzahl der Besucher ohne laute Beifallskundgebungen aufgenommen und verinnerlicht

Im ersten Teil des Konzerts standen Werke von Komponisten des 20. Jahrhunderts auf dem Programm, etwa von Arvo Pärt, geboren 1935, von Knut Nystedt, Jahrgang 1915, sowie von Urmas Sisask, der 1960 geboren wurde. Mit Elementen des christlichen Glaubens befassten sich die Texte der aufgeführten Werke, von denen eines von Knut Nystedt mit dem Titel "Die Güte des Herrn" wegen der grauenvollen Terroranschläge in den USA kurzfristig eingefügt wurde.

Der international und national schon vielfach preisgekrönte Maulbronner Kammerchor unter der Leitung von Jürgen Budday bestach wieder mit seiner unvergleichlich hohen Stimmenkultur. Die helle Klarheit der Frauenstimmen und die strahlende Kraft der Männerstimmen verbanden sich zu wunderbaren Hörerlebnissen, die in der Klosterkirche Maulbronn den Eindruck von unirdischer Sphärenmusik entstehen ließen.

Dabei ging die Wiedergabe der 1998 von Knut Nystedt komponierten Motette für acht bis zwanzigstimmigen gemischten Chor "Immortal Bach" nach dem Choral "Komm, süßer Tod" von Johann Sebastian Bach mit seinen unheimlich dichten und ständig wechselnden Klangfarben, aus der eine faszinierende Raumwirkung wuchs, förmlich "unter die Haut". Es war dies zweifellos die reifste und innigste Gestaltung eines Chorwerkes, die man jemals vom Maulbronner Kammerchor hörte.

Als Überleitung zur Aufführung der Messe D-Dur von Antonin Dvorak, die eine Begleitung des Chors nur durch die Orgel vorsieht, führte Erika Krautter-Budday die Sonate für Orgel Nummer vier in a-moll, Opus 98, von Joseph Rheinberger, einem deutschen Zeitgenossen des böhmischen Komponisten, auf. Zu hören war eine von der Virtuosität der Maulbronner Organistin getragene Wiedergabe, die den spätromantischen Charakter betonte und auch die meditative Ausstrahlung zur Geltung brachte.

Die nach der Pause folgende Darbietung der Dvorak-Messe beglückte in ihrer innigen und andachtsvollen Gestaltung durch den Maulbronner Kammerchor. Unter der Leitung von Jürgen Budday gelang es dem Maulbronner Kammerchor, die Fülle der Melodik, die gelegentlich auch durchaus volksliedhaft geprägt war, und den harmonischen Reichtum vollendet auszubreiten.

von Rudolf Wesner

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Pforzheimer Zeitung, 18. September 2001
Bandbreite des Ausdrucks
Überzeugendes Klosterkonzert mit dem Maulbronner Kammerchor

Ein musikalisches Großereignis war das Konzert des Maulbronner Kammerchores, den Kirchenmusikdirektor Budday binnen acht Jahren national wie international an die Spitze der Extrachöre geführt hat. Lange vor Beginn war die Klosterkirche überfüllt. Das Programm verhieß moderne Kirchenmusik fennoskandischer und baltischer Komponisten sowie im zweiten Teil die D-Dur-Messe op. 86 für Chorsolisten, Chor und Orgel von Antonin Dvorak.

Nach der klug analysierenden Beschreibung im Begleitheft musste man vermuten, dass des Esten Arvo Pärt "Summa" ein mathematisch kalkuliertes Konstrukt sei und machte sich auf Ohrenpein gefasst Aber eine verschwiegene Komponente trat hinzu: Beseelung durch die menschlichen Stimmen wie wehende Schleier, schwebend, verzaubernd. Die sachte, sensible, suggestive Dirigierweise Jürgen Buddays setzte der Chor um in subtiles, vergeistigtes Singen.

Der Chorleiter gab eine Programmänderung bekannt. Angesichts der schrecklichen Ereignisse in USA wechselte er das Stück "Es ist genug" des Schweden Sandström aus gegen Knut Nystedt Motette "Die Güte des Herrn" (aus "Klagelieder"). Da führt die Linie von Verzweiflung, Schmerz zum Hoffen und Gottvertrauen. Nystedt stammt aus Oslo, hat bei Aaron Copland Kompositionslehre studiert und freies Handhaben der Tonarten und Klangwirkungen gelernt. Singchor und Sprechchor synchron, aufwühlend, leidenschaftlich - das sprang den Hörer geradezu an. Dem konnte sich niemand entziehen.

Einen völlig anderen Charakter hatte Nystedts "Immortal Bach" erst 1998 komponiert. Da wird der Choral "Komm, süßer Tod" verfremdet zu unerhört fein schimmernden, schillernden Klangflächen, die aus einem weiten Kreis heraus zwanzigstimmig aufwachsen, aufwallen, changierend wie Perlmutt eben nur von so einem Chor zu meistern. Ganz anders war die "Benedictio" von Urmas Sisask für achtstimmigen Chor. Die geht von metrisch-rhythmischen Künsten aus, federnd, tänzerisch, temperamentvoll, reich an Synkopen und Taktwechseln. Welch ein Chor mit solcher Bandbreite des Ausdrucks!

Die Organistin Erika Krautter-Budday spielte sodann die Sonate in a-Moll (op. 98) von Joseph Rheinberger, festlich, in der Mitte zärtliches Melos, die abschließende Fuga cromatica in absteigenden Linien, die schließlich kunst- und kraftvoll aufgefangen werden.

Die Messe Dvoraks wurde getragen vom Zusammenwirken der zehn Chorsolisten mit dem Gesamtchor. Jubeltöne, volkstümliche Frömmigkeit dann wieder dramatische Wendungen je nach Textinhalt. Als das Agnus Dei im leisesten Pianissimo verhaucht war, da war das Publikum unschlüssig, ob es nach der Fülle der Einwirkungen die eigene Ergriffenheit durch Applaus zerstören solle. Langes, langes Schweigen, dann brauste doch der dankbare Beifall - noch länger.

von Berthold Schuh

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Vaihinger Kreiszeitung, 26.07.2001
Brücke zwischen Volkslied und Popsong
Von der Romantik des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart

Ein heiter-sommerliches Programm bot der Maulbronner Kammerchor inmitten der malerischen Kulisse des Klosters. Das Konzert. im lauschigen Kreuzganggarten erweist sich alle Jahre wieder als Magnet der Klosterkonzerte, weil hier eine spezifische von Besinnlichkeit und Heiterkeit geprägte Stimmung spürbar wird. ...Auf dem Programm des Serenadenkonzertes standen zunächst Werke mit volksliedhaftem Charakter außer von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger auch von Johannes Brahms und Friedrich. Silcher, ferner von Henric Wagenmann und Hugo Alfven. Mit ausgewogener Stimmenschönheit und anrührender Innigkeit, führte der Chor die bekannten und beliebten Lieder auf. Mit der hoch entwickelten Stimmenkultur der Sängerinnen und Sänger konnten klare Interpretationen dargeboten werden, die bei aller Empfindsamkeit der Gestaltung niemals den Eindruck von überzogenem Pathos entstehen ließen. Chorleiter Budday legte dagegen höheren Wert auf die Transparenz der eingängigen Melodik.

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Leonberger Kreiszeitung, 23.07.2001
Ob Trinklied oder getragene Weise: die Stimmen stimmen

Das versammelte Publikum wartete gespannt auf die ersten Töne und genoss sichtlich die bezaubernde Atmosphäre des UNESCO-Weltkulturdenkmals. Die rund 40 Sänger und Sängerinnen unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday nutzten einfallsreich und geschickt die Architektur des Gebäudes aus. Mehrmals unterteilte der künstlerische Leiter der Klosterkonzerte Maulbronn seinen Chor in zwei und in vier Teile auf, die er hinter den Arkaden des Kreuzgangs postierte. Im Wechsel schallte es nun ans allen Richtungen des besterhaltenen mittelalterlichen Klosters in Deutschland...... Wie eine lebendig gewordene Metapher für den leichten Abend mit anspruchsvoller Musik flatterte dazu ein Schmetterling von der Bühne umher.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Juli 2001
Imposante Fülle
Der Maulbronner Kammerchor in der Homburger Schloßkirche

Die Schloßkirche in Bad Homburg ist nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern bietet Musikern wie Zuhörern mit einer klaren, frischen Akustik und der sorgfaltigen Kopie (1989) eines Instruments des Homburger Orgelbauers Johann Conrad Bürgy aus dem Jahre 1787 beste Voraussetzungen für klangvolle Musikaufführungen.

Innerhalb der 1999 gegründeten Konzertreihe "Musik in der Kirche", die unter künstlerischer Leitung der Diplom-Kirchenmusikerin und Konzertorganistin Ulrike Northoff steht, sang nun der Maulbronner Kammerchor ein Programm aus geistlicher und weltlicher Musik, das den hervorragenden Eindruck des Auftritts vor einem Jahr in der Evangelischen Kirche Bad Homburg-Gonzenheim glanzvoll bestätigte. Der aus ungefähr vierzig Sängerinnen und Sängern bestehende Chor trug zuerst das Kyrie und das Gloria aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre Es-Dur op. 109 von Joseph Gabriel Rheinberger (1838-1901) vor. Makellos in der flexiblen Stimmführung und der über das Konzert hinweg einwandfreien Intonationsgebung setzten die Sänger in den schlichten Gesang des romantischen A-cappella-Werks ein und steigerten sich mühelos und gelöst zu einem beeindruckenden, voluminösen Forte. Glasklare Artikulation und auf langem Atem geführte Phrasierung bestimmten den ganzen Kyrie-Satz. Kräftig und mit hellem Glanz hörte man das anschließende Gloria.

Bei der Motette für fünfstimmigen Chor "Jesu, meine Freude" BWV 227 von Johann Sebastian Bach führte der Gründer und Dirigent des Maulbronner Kammerchors Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday seine Sänger zu einer maßstabsetzenden Interpretation. Die dem Römer-Brief des Apostels Paulus entnommenen Satzteile zu der Thematik von Fleisch und Geist wurden nicht, wie häufig praktiziert, solistisch, sondern chorisch aufgeführt. Die einzigartige Pianobeherrschung ging hierbei mit einer vorbildlichen Textverständlichkeit einher.

Bei der Motette "Immortal Bach" (1998) des 1915 geborenen Komponisten Knut Nystedt über den Choral "Komm, süßer Tod" BWV 478 aus Schemellis Gesangbuch von Bach bestätigten sich ein weiteres Mal die technische Meisterschaft und die bei so vielen Chören so sehr vermißte innere, emotionale Beteiligung. Bachs originale Choralnoten werden dabei in fünf Stimmgruppen verschieden lang zu mehreren Klangflächen gedehnt. Hier ließ der Kammerchor aus einem Klangexperiment eine tief berührende Hommage an Bach und das Gefühl für Ewigkeit entstehen.

Die Vertonung der schlichten Worte der Motette "Es ist genug, Herr'' (1986) von Sven Sandström (Jahrgang 1938) und das 1991 komponierte "Benedictio" des estnischen Komponisten Urmas Sisask (1960) mit der originellen, ostinat synkopischen Wiederholung der Worte "Benedicat vos omnipotens Deus" ("Wir preisen dich, allmächtiger Gott") schlossen den ersten Teil des Konzerts ab. Im zweiten, weltlichen Melodien und Rhythmen gewidmeten Teil mit Songs aus der "King's Singers Collection" gingen die Sängerinnen und Sänger, inklusive des Dirigenten, mit mehr Pop-Gefühl, doch gebotener Dezenz aus sich heraus. Besonders aufheiternd für das Publikum war dabei das lautmalerisch-virtuose Lied "I'm a train" von Abert Hammond. Die einzigartige Strahlkraft und Farbigkeit der Stimmen steigerte sich in dem Lied "Somewhere over the rainbow" von Harold Arlen nochmals zu imposanter Fülle. ist.

Südwestpresse, 26. Juni 2001
Große Verbundenheit mit der Musik
Der von Jürgen Budday geleitete Maulbronner Kammerchor im Münster

Mit dem Maulbronner Kammerchor stellte sich bei der Münster-Motette eines der bemerkenswertesten Gesangsensembles des Landes vor. Seine Klangkultur faszinierte die Zuhörer.

Nicht oft ist ein solcher Chor zu hören: Seine Homogenität und Flexibilität, sein professioneller Umgang mit Klangstrukturen, sein zartes Pianissimo und sein strahlendes Forte zeugen von intensiver Chorarbeit und von großer Verbundenheit mit der Musik. Alles atmet und strömt, die Intonation ist perfekt, in den leisen Wirkungen zeigt das Ensemble seine Stärke, auch wenn eine etwas zu gefühlsbetonte Diktion zwar schöne Klänge erzeugt, die große Linie aber eher behindert. Ein polyphoner Motettensatz vielleicht von Schütz oder Bach wäre ein Gradmesser gewesen.

Der Maulbronner Kammerchor beschränkte sich bei seinem Konzert im Münster auf Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts, zwei Werke wurden erst 1990 und 1998 geschrieben. Das erforderte vom Zuhörer zusätzliche Konzentration, obwohl die zeitgenössischen Werke gemäß ihrer geistlichen Bestimmung nicht sonderlich "modern" wirkten. Von der Es-Dur-Messe von Joseph Gabriel Rheinberger ganz zu schweigen, denn dieses Werk steht trotz des romantischen Einschlags noch ganz in der Tradition, ist in der Form von Mendelssohn, im kontrapunktischen Satz von Bach beeinflusst. Der Maulbronner Kammerchor unter der einfühlsamen Leitung von Jürgen Budday sang diese Messe mit viel Transparenz und mit untrüglichem Sinn für die Dynamik der Texte. Im "Agnus Dei" dominierte der Gefühlsausdruck auf besondere Weise.

Anschließend spielte Friedrich Fröschle mit gewohnter Virtuosität eine 1964 komponierte Toccata von Knut Nystedt, ein Werk, an dessen Anfang ein ausgedehnter Orgelpunkt steht und das am Ende in einen festlichen Lobgesang mündet. Sven D. Sandströms achtstimmiger Chor "Es ist genug" lebte aus der Spannung zwischen traditionellen Harmonien und disharmonischen Aufschwüngen, die immer wieder im dunklen, resignierenden Klangakkord ihre Basis finden. Die schwermütige Stimmung dieses Chorwerkes kam hier ebenso intensiv zum Ausdruck wie die tröstliche Botschaft in Knut Nystedts Chor "Die Güte des Herrn", die anfangs durch die Sprechgesänge der Bassstimmen ausgedrückt wird. Eine chorische Besonderheit war Nystedts Motette "Immortal Bach" nach dem Choral "Komm, süßer Tod", wo die Sängerinnen und Sänger sich zu beiden Seiten des Chorgestühls im Altarraum aufstellten. Die klaren Harmonien des Chorals wurden nach Nystedts Diktion in langen Klanglinien minimal abgewandelt und verfremdet, ehe sie wieder im Bachschen Originalton endeten.

Am Ende sang der Chor den achtstimmigen Satz "Benedictio" von Urmas Sisask, ein stark rhythmisiertes, an Carl Orff erinnerndes Werk, dessen virtuoser Grundzug unüberhörbar war und das das technische Können des Chores optimal bediente. Es gab am Ende langen, begeisterten Beifall, den die Maulbronner Gäste mit einem weiteren Chorgesang von Rheinberger und mit einem gemeinsam mit den Zuhörern gesungenen "Laudate" quittierten.

Von Olaf Gööck

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Die Burger (Kapstadt), 02. Juni 2001
Deutscher Chor sorgt für unvergesslichen Abend
CHORKONZERT: Maulbronner Kammerchor unter der Leitung von Jürgen Budday. Im Endlersaal, Stellenbosch.

Es sollte nicht nötig sein, den Maulbronner Kammerchor vorzustellen. Dieser deutsche Chor ist Sieger verschiedener internationaler Chorwettbewerbe und wurde 1998 als der beste Chor in Deutschland ausgezeichnet. Sein eindruckvolles Repertorium umfaßt einige der schönsten und schwierigsten a cappella Chorwerke vom Barock bis zur Gegenwart.

Als ob das allein nicht genug wäre, ist die Heimat des Chores das 1147 gestiftete prächtige Kloster Maulbronn im Schwarzwald in Süddeutschland - ein UNESCO-geschütztes Weltkulturerbe.

Mit dieser Vorinformation und hohen Erwartungen hat ein zahlreiches Publikum vorgestern abend dem Winterwetter getrotzt in der Hoffnung, mit ausgezeichnetem Chorgesang verwöhnt zu werden. Zum Glück sind die Tapferen reichlich belohnt worden mit himmlischen Chorklängen, die sie die Kälte schleunigst vergessen ließen und für einen unvergesslichen Abend gesorgt haben.

Das Programm bestand hauptsächlich aus geistlichen Werken. Zum Schluß flogten einige weltliche Werke, worunter wunderschöne Volkslieder der deutschen Romantik (mit Tonsätzen von Mendelssohn und Brahms) und eine Auswahl aus der King Singers Collection (wovon "Short People" und "I'm a Train" Höhepunkte waren).

Das Konzert begann mit einer eindrucksvollen Wiedergabe von Bachs "Jesu, meine Freude", einer Motette für fünfstimmigen gemischten Chor. Von ersten Tönen an war es deutlich, dass der Chor und sein kompetenter Dirigent, Jürgen Budday, ihre Musik ausgezeichnet beherrschen und genau wissen, wie die richtigen Nuancen darin zu bewerkstelligen sind. Durchweg beeindruckend war der Chor durch seinen reichen, vollen Klang, die gute Balance zwischen den verschiedenen Stimmen, wundervolle dynamische Kontraste, gute Diktion und polierte Abrundung. Dieses hohe chorsängerische Niveau wurde im ganzen Programm durchgehalten.

Außer der Bachmottete und dem Kyrie und Gloria aus Dvoraks Messe in D-dur Opus 86, kamen geistliche Werke verschiedener nordischer Komponisten mit großem Erfolg zur Aufführung, darunter das anspruchsvolle Es ist genug (196) von Sven D. Sandtröm und Benedictio (1991) von Urmas Sisask.

Höhepunkt

Der Höhepunkt des Abends waren jedoch zwei Werke des nordischen Komponisten Knut Nystedt. Das erste, Immortal Bach (1998), ist eine Motette für 4- bis 20-stimmigen gemischten Chor beruhend auf der J S Bachschen Vertonung des Schemelli-Chorals "Komm, süßer Tod". In diesem atemberaubenden Werk erzeugt die lange, zeitweilig fast atonale melodische Linie eine beinahe hypnotische Atmosphäre.

Das zweite Werk von Nystedt, Die Güte des Herrn (1990), für 4- bis 7-stimmigen Chor ist eine ergreifende Vertonung eines Textes aus den Klageliedern Jeremias.

Das Publikum erhob sich am Ende des Abends zu überwältigendem Applaus und brachte damit seine Anerkennung des überragenden Chorgesangs aufs beste zum Ausdruck.

Von Birgit Ottermann, Übersetzung von Ulrich Plüddemann

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Leonberger Zeitung, 30. April 2001
Moderne Klänge verheißen das Paradies
Maulbronner Kammerchor gibt eindrucksvolles Konzert nach einem langen Probentag

HEMMINGEN - Stehende Ovationen erntete der Maulbronner Kammerchor für sein beeindruckendes A-capella-Konzert am Samstag in der Laurentiuskirche. Die Sängerinnen und Sänger hatten ein intensives Probenwochenende hinter sich und begeisterten trotz ihrer strapazierten Stimmen mit zeitgenössischer geistlicher Musik.

Das einzige nicht moderne Werk war eine Messe des Münchner Komponisten Joseph Gabriel Rheinberger, vom Kammerchor gewählt wegen Rheinbergers hundertstem Todestag. Ein besonderes Schmankerl, denn die Werke Rheinbergers sind heute beinahe vergessen oder werden selten aufgeführt. Sanft und ausdrucksstark erhoben sich die Stimmen der für zwei vierstimmige Chöre eingerichteten Messe Es-Dur "Cantus Missae" zum Kyrie. Verzehrende, sehnsuchtsvolle Klänge wechselten beim Gloria zum triumphierenden Schall des vollen, runden Klangkörpers, der dank der heute nur selten gesprochenen oder gesungenen lateinischen Sprache fast mystischen Charakter entwickelte. Man kann dem Chor und seinem hervorragend ausgebildeten Tenor nur Hochachtung zollen. Nicht umsonst gewinnen die Sänger unter der Leitung von Jürgen Budday immer wieder Preise wie den 5. Deutschen Chorwettbewerb in Regensburg im Mai 1998.

Die eigentliche Besonderheit des Konzertes war, wie leicht der Chor den Zugang zu der zeitgenössischen geistlichen Abendmusik schuf. Immerhin war das älteste Werk, das zu hören war, gerade erst 40 Jahre alt, das jüngste erst 1998 komponiert. Zudem verbanden die Stücke schwer verdauliche Themen mit anspruchsvoller Musik. Diese überforderten jedoch in ihrer musikalischen Umsetzung die Zuhörer keineswegs, wie der begeisterte Applaus belegte. Der Chor nahm das Publikum in die geistliche Atmosphäre der Stücke mit hinein. Direkt aus der Probe brachten sie "Es ist genug" von Sven D. Sandström mit, eine Motette für einen acht- bis sechzehnstimmigen Chor. 1980 komponiert, bedient sich der schwedische Musiker einer der zentralen Gattungen mehrstimmiger Vokalmusik des Hochmittelalters. In der Motette durchlebt ein Beter die Nuancen der Melancholie, der Resignation und der verzweifelten Hoffnungslosigkeit, sich gegen das übermächtige Schicksal aufzulehnen: Es ist genug. Ein beeindruckendes Spiel mit beklemmenden und fast schrillen Frauenstimmen über einem sechsstimmigen Ostinato, das vor allem manchmal nur noch brummende Männerstimmen trugen. Der himmelschreiende Jammer, bis zum bemerkenswerten Stimmungswechsel und verzweifelten Aufbäumen des Betenden ergriff das Publikum.

Zum 1998 komponierten Stück nach einem Choral von Johann Sebastian Bach "Komm süßer Tod", stellte sich das Ensemble in einer langen Reihe bis in den hintersten Winkel des Chores nebeneinander auf. Sänger ließen jeden der Töne unendlich lange ausklingen, dann nahmen andere Stimmen das Motiv wieder auf, umspielten es und ließen es wiederum ausklingen. So verdeutlichte der Chor eindrucksvoll die eigene Vergänglichkeit und zugleich die Verheißung des Paradieses.

Musikalischer Esprit springt auf das Publikum über

Wesentlich schwungvoller die Klänge von Knut Nystedt: Die Männerstimmen sprachen einen modernen Text, riefen rhythmisch und süß-fordernd umspielt von den Frauen die Botschaft der 1991 komponierten Motette "Die Güte des Herrn ist's" für einen sechs bis siebenstimmigen Chor. Die genau abgestimmten Sänger waren dynamisch kontrolliert und schienen sich jedes Effekts bewusst zu sein. Den Abschluss setzte ein pointierter Staccato-Segen, das Benedictio von Urmask Sisask. Ungewöhnlich wenig salbungsvoll, aber mit einem musikalischen Esprit, der aufs Publikum übergriff.

Von Guntram Zürn

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Copyright © Maulbronner Kammerchor, 2005

Stand: 21. Februar 2005